Sehnsuchtsfrage

Ob ich dich vermisse,
ja manchmal vielleicht
aber eigentlich...
Ob ich an dich denke,
du fragst so viel,
ab und zu, sicherlich...
Ob ich gerne bei dir wär,
es ist so viel geschehen,
in all der zeit...
Ob ich dich liebe,
wer weiß dass schon noch
in dieser schnelllebigen zeit...



Gedanke

Du und ich,
verschwommen im Nebel
des Abends;
versunken im Meer
der Morgensonne;
vergessen im Strom
des Tages.
Du und ich,
verflogen im Wind
der Träume;
vergessen im Wirbel
der Gefühle;
vergangen im Zug
des Lebens.
Du und ich,
es war nur ein Gedanke.



Morgen

nicht heute
und alles bleibt anders
morgen eben
und alles andere bleibt
über nacht
nichts bleibt wie es ist

und morgen
am früstückstisch
wartest gelassen
der abend erreicht

und morgen
nicht heute
wird gestern
und wieder ein neuer morgen

lächle ruhig
spotte sanft
es wird weiter gehn

und morgen
irgendwann
siehst du zurück
voller furcht vor dem nächsten
morgen



Tor

wohin soll ich gehen
fragte ich mal so
und du nahmst meine hand
und sagtest "komm"
wer bin ich überhaupt
dachte ich weiter
und du zeigtest mir mich
und sagtest "sieh"
weil ich grade schon so fragte
fragte ich weiter
zu wem soll ich gehen
mit sorgen und ängsten
und ohne worte
nahmst du mich in den arm
du?
fragte ich als ich mich gefunden hatte
wo bist du?
und du sagtest "überall"
ich lächelte
glauben tat ich es nicht
und wer bist du?
"ich bin der ich bin"
?
"ich habe viele namen"
?
"ihr nennt mich gott"
ah ja
und ich vergaß alles
die orte,
die du mir zeigtest
das was du mir verdeutlicht hattest
die geborgenheit
du, gott?- "ja"
an gott kann ich nicht glauben
tut mir leid für dich
versuche es doch als...
du verschwandest
plötzlich fühlte ich mich allein
und ich begann zu fragen
und zu suchen
ein kind sah mich,
lachte
"du bist ein tor"
sprach es
bin ich?



Verzeih

All die vielen Momente
wo ich schnell mal kurz weg irgendwie
das ständige blätter
und kritzeln
in den viel zu vollen Seiten
meines Terminplaners
den verbissenen Willen
es jedem recht zu machen
und niemanden zu übergehen
die Bremse
nie gezogen
immer im vollen Tempo weiter
die vielen Abende zerschlagen
müde und ausgebrannt
die dunklen Augenringe
wenn es am Morgen weiterging
die vielen Dinge
die alle passen mussten
in vollster Harmonie
und das unabänderbare Wesen
alles alleine bewerkstelligen zu müssen
nicht verzichten zu können
nichts abnehmen zu lassen
verzeih
bitte.



wrack der erinnerung

es wäre ein wort
vielleicht ein blick
oder auch nicht.
ein versuch,
einem windhauch gleich,
eine süße lüge.
ein anfang,
gegen den beginn
des vergehens,
verflogen im wind.
hoffnungslos,
ein blick zurück
zerbrochen,
zerschellt
aufgelaufen
verlaufen im sand
ausgespült.
ein übrig gebliebenes
das letzte,
reste der erinnerung
ein altes wrack
ein wort,
eine blick,
oder auch nicht.
vergangen,
aber nicht losgelassen.



tage wie dieser

es gibt nur eine zeit
und ich renne
denn ich weiß
das nichts zurückkommt
und alles vergeht.

wie sand durch unsere hände
verrinnt alles
und ich staune
vor der ohnmacht
die mich fesselt.

und ich halte den moment
verberge ihn
in meinem herzen
übe widerstand
gegen das schwinden.

es ist der augenblick
das funkenmeer des abends
unendlichkeit
in deinen augen
festgehalten gegen allen fluss.

tage wie dieser
sollten uns öfter passieren
schärfen den blick
es vergeht
aber es gibt dinge,
die man nicht nehmen kann.



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